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Griechische Kunst: Die Opferung von Iphigenia und der Schleier des Timanthes
The Sacrifice of Iphigenia, a 1st Century AD Roman copy of a 4th Century BC painting by Timanthes, discovered at Pompeii, and now in the Museum at Naples
Detail of Iphigenia
Detail of Menelaos
Detail of Odysseus
Detail of Calchas
Detail of Agamemnon ...the picture to which all our accounts refer is the grief exhibited in varying degrees by the bystanders. The countenance of (
The Sacrifice of Iphigenia is shown in the painting "Collection of Pictures at the Time of Augustus" of Sir Lawrence Alma-Tadema (here a detail) German Reports Jammer ward in Betrübnis gemildert. Und wo diese Milderung nicht stattfinden konnte, wo der Jammer ebenso verkleinernd als entstellend gewesen wäre,--was tat da Timanthes? Sein Gemälde von der Opferung der Iphigenia, in welchem er allen Umstehenden den ihnen eigentuemlich zukommenden Grad der Traurigkeit erteilte, das Gesicht des Vaters aber, welches den allerhöchsten hätte zeigen sollen, verhüllete, ist bekannt, und es sind viel artige Dinge darüber gesagt worden. Er hatte sich, sagt dieser, in den traurigen Physiognomien so erschöpft, dass er dem Vater eine noch traurigere geben zu können verzweifelte. Er bekannte dadurch, sagt jener, dass der Schmerz eines Vaters bei dergleichen Vorfällen über allen Ausdruck sei. Ich für mein Teil sehe hier weder die Unvermögenheit des Künstlers, noch die Unvermögenheit der Kunst. Mit dem Grade des Affekts verstärken sich auch die ihm entsprechenden Züge des Gesichts; der höchste Grad hat die allerentschiedensten Züge, und nichts ist der Kunst leichter, als diese auszudrücken. Aber Timanthes kannte die Grenzen, welche die Grazien seiner Kunst setzen. Er wusste, dass sich der Jammer, welcher dem Agamemnon als Vater zukam, durch Verzerrungen äussert, die allezeit hässlich sind. Soweit sich Schönheit und Würde mit dem Ausdrucke verbinden liess, so weit trieb er ihn. Das Hässliche wäre er gern übergangen, hätte er gern gelindert; aber da ihm seine Komposition beides nicht erlaubte, was blieb ihm anders übrig, als es zu verhüllen?--Was er nicht malen durfte, liess er erraten. Kurz, diese Verhüllung ist ein Opfer, das der Künstler der Schönheit brachte. Sie ist ein Beispiel, nicht wie man den Ausdruck über die Schranken der Kunst treiben, sondern wie man ihn dem ersten Gesetze der Kunst, dem Gesetze der Schönheit, unterwerfen soll. Gotthold Ephraim Lessing . Apulian red figure volute krater (375-350 BC), British Museum. (Perseus Project) , 304 pages (June 2004) Publisher: Getty Publishing ISBN: 0892366834
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