Alexander der Große

Alexander der Grosse fing an zu weinen als er von Anaxarchus hörte daß es unendlich viele Welten im Weltraum gibt. Als seine Freunde ihn fragten warum er so traurig ist antwortete er : Ist es kein Grund traurig zu sein wo es so viele Welten gibt und wir haben nicht eine einzige bis jetzt erobert ? ” Plutarch

vor Troja.

Angeblich soll Alexander in Palästina auch Jerusalem besucht haben, doch möglicherweise ist auch dies nur eine Legende. Wahrscheinlich ist, dass die jüdische Bevölkerung ihn unterstützt hat und jüdische Söldner seinen Ägyptenfeldzug begleiteten.

Die Eroberung Ägyptens (332-–331 v. Chr.)

Ägypten war für Alexander eine leichte Beute. Schon in Pelusium (heute Port Said) kam ihm der persische Satrap Mazakes entgegen und erklärte die Kapitulation. Es gab nun keine militärischen Gründe mehr, die Armee nach Ägypten zu führen, wohl aber symbolische. Die Makedonier zogen nach Heliopolis, wo Alexander sich zum Pharao von Ägypten und zum Sohn des Ra ausrufen ließ. Von hier ging Alexander weiter nach Memphis. Antike Quellen berichten, dass die Griechen überall auf ihrem Weg als Befreier gefeiert worden seien. Es ist gut möglich, dass dem tatsächlich so war, denn Ägypten hatte erst elf Jahre zuvor seine Unabhängigkeit an Persien verloren. Um die Ägypter für sich zu gewinnen, ließ Alexander fast alle Regierungsposten mit Einheimischen besetzen.

Alexander zog am Nil entlang nordwärts und gründete im Januar 331 v. Chr. an der Mittelmeerküste ein weiteres Alexandria, die bedeutendste all seiner Stadtgründungen.

Im März zog Alexander 400 km westwärts durch die Wüste zum Orakel des Amun in Siwa. Was er dort an Botschaften empfing, ist unbekannt. Antike Quellen berichten, Alexander habe dort erfahren, dass er der Sohn des Zeus sei; so soll ihn der oberste Priester als "Sohn des Zeus" begrüßt haben. In Wahrheit allerdings hatte Alexander sich schon vorher als Sohn des Zeus bezeichnet. Von Siwa kehrte Alexander nach Memphis zurück, verweilte einige Wochen und führte seine Truppen dann zurück nach Palästina.

Die Eroberung des persischen Kernlands (331-–330 v. Chr.)

Im Mai 331 kehrte Alexander nach Tyros zurück. Er befehligte hier den Wiederaufbau der Stadt, die er mit befreundeten Phöniziern wieder besiedeln ließ. 15.000 frische Soldaten waren im Frühling aus Makedonien entsandt worden, und bei Tyros trafen sie im Juli mit Alexander zusammen. Seine Armee bestand nun aus 40.000 Fußsoldaten und 7000 Reitern.

Alexander zog ostwärts durch Syrien und überquerte den Euphrat. Sein Plan mag gewesen sein, von hier aus südwärts nach Babylon zu ziehen, doch eine Armee unter dem persischen Satrapen Mazaeus verstellte den Weg. Alexander vermied die Schlacht, die ihn viele Männer kosten würde, und zog stattdessen nordwärts. Derweil zog Dareios selbst eine neue große Streitmacht in Assyrien zusammen, und dieses Heer war es, das Alexander treffen wollte. Im September 331 überquerten das Heer den Tigris.

Am 20. September, unmittelbar vor der Schlacht, kam es zu einer Mondfinsternis, die die Perser verunsicherte und von ihnen als schlechtes Omen gedeutet wurde. Das makedonisch-griechische Heer lagerten 11 km von der persischen Armee entfernt bei einem Dorf namens Gaugamela, weshalb die folgende Schlacht als Schlacht von Gaugamela bekannt wurde. Am 1. Oktober bekämpften die Armeen der Makedonier und Perser einander; die Griechen siegten auch diesmal, vermochten aber nicht Dareios zu töten oder zu fangen. Obwohl der König wieder entkommen war, war seine Armee praktisch vernichtet. Alexander hatte nun die Herrschaft über die Satrapie Babylonien gewonnen und konnten ungehindert ins reiche Babylon einziehen. Mazaeus, der sich nach der Schlacht von Gaugamela nach Babylon zurückgezogen hatte, übergab die Stadt an Alexander, der sie über das Ischtar-Tor betrat und sich zum "König von Asien" ausrufen ließ.

Während die Griechen die Völker Asiens zuvor als Barbaren verachtet hatten, sah Alexander sie mit anderen Augen. Fasziniert von der Pracht Babylons befahl er die Schonung aller Bauwerke. Alexander verzieh dem persischen Satrapen Mazaeus und ernannte ihn sogar zu seinem Statthalter in Babylon.

Nach fünfwöchigem Aufenthalt zog Alexander weiter ostwärts, um die großen persischen Städte im Kernland anzugreifen. Susa ergab sich kampflos. Im Januar 330 v. Chr. erreichten die Makedonier die persische Hauptstadt Persepolis. Zahlreiche Einwohner begingen vor seinem Einzug Selbstmord oder flohen. Alexander ließ die Stadt plündern und den Königspalast niederbrennen.

Verfolgung und Tod des Dareios (330 v. Chr.)

Zwar war Persien nun in Alexanders Hand, doch König Dareios III. war noch immer am Leben und auf der Flucht. Da Alexander mitgeteilt worden war, dass Dareios sich in Medien aufhalte, folgte er seiner Spur im Juni nach Nordwesten nach Ekbatana. Auch die Anhängerschaft Dareios' sah jetzt allerdings keine Hoffnung mehr, Persien zurückzugewinnen. Die Vollkommenheit der Niederlage ließ nur die Möglichkeit zu, sich zu ergeben oder zeitlebens zusammen mit Dareios zu fliehen. Bisthanes, ein Mitglied der Königsfamilie, entschied sich in Ekbatana zu bleiben, wo er Alexander empfing und ihm die Stadt übergab. Alexander zeigte sich wiederum großzügig und ernannte einen Perser zu seinem Statthalter in Medien.

Dareios setzte inzwischen seine Flucht fort. Er hoffte, Unterschlupf in Baktrien zu erlangen, wo ein Verwandter namens Bessos Satrap war. Bessos aber setzte Dareios gefangen und schickte einen Unterhändler zu Alexander. Er bot ihm an, Dareios an die Griechen zu übergeben, wenn im Gegenzug Baktrien frei bliebe. Alexander ging nicht auf die Verhandlungen ein und setzte die Verfolgung fort. Bessos tötete seine Geisel im Juli und floh seinerseits. Die Leiche des Dareios wurde von Alexander nach Persepolis gebracht und dort feierlich beigesetzt.

Die Verfolgung des Bessos (330–-329 v. Chr.)


Der Alexanderzug

In der Zwischenzeit hatte Alexander erkannt, dass er zur Sicherung der Herrschaft über das Perserreich die Unterstützung der persischen Adligen brauchte. Er nutzte Dareios' Ermordung daher, die Perser zu einem Rachezug gegen Bessos aufzurufen, der sich nun den Namen Artaxerxes V. gegeben hatte und sich Großkönig von Persien nannte. Die Soldaten waren wenig begeistert davon, dass sie den Tod ihres Erzfeindes vergelten und zudem gemeinsam mit Persern kämpfen sollten. Außerdem war das Land im Nordosten ihnen vollkommen unbekannt. Die dortigen Provinzen Baktrien und Sogdien lagen in etwa auf den Territorien der heutigen Staaten Afghanistan, Usbekistan und Turkmenistan.

Im August 330 brach Alexander zu einem neuen Feldzug auf und eroberte zunächst Hyrkanien, die persische Satrapie an der Südküste des Kaspischen Meeres. Unter jenen, die mit Alexander kämpften, war Oxyartes, ein Bruder des Dareios. Statt von Hyrkanien den direkten Weg nach Baktrien zu wählen, ging Alexander über Aria, dessen Satrap Satibarzanes an der Gefangennahme Dareios' beteiligt gewesen war. Alexander eroberte die Hauptstadt Artacoana, verkaufte die Einwohner in die Sklaverei und benannte die Stadt in Alexandria um; der heutige Name der Stadt ist Herat.

Auf seinem weiteren Weg kam es zu einem Zwischenfall, als Philotas, der Sohn des Parmenion, beschuldigt wurde, einen Anschlag auf Alexanders Leben unternommen zu haben. Ob dieser Versuch wirklich unternommen worden war, ist unklar. Vielleicht diente die Affäre Alexander bloß als Vorwand, sich Parmenions zu entledigen, der zum Wortführer seiner Kritiker avanciert war. Alexanders Neigung, die Perser zu ehren und sogar ihre Gewänder zu tragen, wurde von vielen Griechen als Anbiederung an ein barbarisches Volk angesehen. Philotas wurde an Ort und Stelle mit einem Speer getötet. Ein Kurier wurde dann zu den Adjutanten des Parmenion gesandt, der in Ekbatana geblieben war. Diese führten Alexanders Befehl aus, Parmenion zu töten.

Nach beschwerlicher Reise entlang des Flusses Tarnak erreichte Alexander im April 329 das Zentrum des heutigen Afghanistan und gründete dort ein weiteres Alexandria, das heutige Charikar an den Hängen des Hindukusch. Von hier wollte Alexander das Gebirge überschreiten und auf diesem Wege in Baktrien einfallen. Einer Legende zufolge fand man hier den Berg, an den der Halbgott Prometheus gekettet worden war.

Als Nachricht nach Baktrien gelangte, dass Alexander dabei war, den Hindukusch zu übersteigen, fürchteten die Einwohner von Baktra (heute Balch) die Bestrafung ihrer Stadt und vertrieben Bessos. Die beschwerliche Überquerung des Gebirges hatte die Soldaten indessen gezwungen, manche ihrer Lasttiere zu essen. Erschöpft kamen sie in Baktrien an, das ihnen kampflos übergeben wurde. Alexander ernannte seinen persischen Vertrauten Artabazos, den Vater der Barsine, zum Satrapen.

Alexander hielt sich nicht lange in Baktra auf und folgte weiterhin Bessos, der nordwärts zum Oxus (Amudarja) geflohen war. Der 75 km lange Marsch durch wasserlose Wüste wurde vielen Griechen zum Verhängnis. Bessos hatte inzwischen alle Schiffe zerstören lassen, mit denen man den Amudarja hätte überqueren können. Die Makedonier brauchten fünf Tage, um genügend Flöße für die Überquerung des Flusses anzufertigen. Dann setzten sie über in die Satrapie Sogdien im heutigen Turkmenistan.

Die Begleiter des Bessos wollten nun nicht länger fliehen. Sie meuterten gegen ihn, nahmen ihn gefangen und händigten ihn an Alexander aus. Der zeigte sich gnadenlos und ließ Bessos die Nase und die Ohren abschneiden. Anschließend übergab Alexander den Verstümmelten an Oxyartes, damit der ihn nach Medien an den Ort brächte, an dem Dareios ermordet worden war. Dort wurde Bessos gekreuzigt.

Alexander ging indessen weiter nach Norden und erreichte die sogdische Hauptstadt Marakanda (heute Samarkand). Alle Satrapien des Perserreichs unterstanden nun Alexander, und niemand außer ihm selbst erhob mehr Anspruch auf den Königstitel über Persien.

Alexander in Sogdien (329-–327 v. Chr.)

Nach der Einnahme von Samarkand zog Alexander noch weiter bis zum Syrdarja und gründete dort die Stadt Alexandria Eschate ("das entfernteste Alexandria"), das heutige Chudshand in Tadschikistan. Dies war im Mai des Jahres 329 v. Chr..

Etwa gleichzeitig erhob sich die Bevölkerung Sogdiens gegen Alexander. Anführer der Rebellion war ein Mann namens Spitamenes, der zuvor Bessos verraten und an Alexander übergeben hatte. Alexander zog von einer rebellischen Stadt zur anderen, belagerte sieben von ihnen und tötete anschließend sämtliche Einwohner. In der Zwischenzeit eroberte Spitamenes Marakanda zurück, doch Alexander erkämpfte sich die Stadt erneut. Spitamenes entkam. Da die Soldaten erschöpft und zahlenmäßig reduziert waren, musste Alexander von der Verfolgung ablassen. Im Zorn brannte er Dörfer und Felder jener Bauern nieder, die die sogdische Revolte unterstützt hatten. Für den Winter 329/328 v. Chr. kehrte er nach Medien zurück und erwartete neue Truppen, die aus dem Westen geschickt werden sollten.

Im Frühling 328 kehrte Alexander nach Sogdien zurück. Den Quellen zufolge gründete er am Amudarja ein weiteres Alexandria, das vielleicht mit der heutigen Siedlung Ai Khanum identisch ist. Der Kampf gegen die sogdischen Rebellen dauerte das ganze Jahr. Erst Monate später zeigte sich, dass die Anhänger des Spitamenes ihren Befehlshaber zu verlassen beginnen. Der Kopf des Rebellenführers wurde Alexander schließlich im Dezember 328 gebracht.

Während der Sieg gefeiert wurde, kam es zu einem Streit zwischen Alexander und seinem General Kleitos. Beide waren zu diesem Zeitpunkt betrunken, und Kleitos, der altmakedonisch gesonnen war, hatte Alexanders Vater Philipp zu loben begonnen. Hierdurch fühlte sich Alexander so beleidigt, dass es zum Streit kam, in dessen Verlauf Alexander (der möglicherweise Verrat befürchtete, als er vergeblich nach seinen Waffen suchte, die vorsichtshalber bei Seite gelegt worden waren) Kleitos mit einer Lanze tötete, die er einer der Wachen entriss. Er bereute anschließend diese Tat zutiefst und sah sie als einen seiner schwersten Fehler an, doch Alexanders Neigung zu übermäßigem Alkoholgenuss blieb eine Schwäche, in der er häufig die Selbstkontrolle verlor.

Im folgenden Jahr 327 v. Chr. eroberte Alexander noch zwei sogdische Bergfestungen. Dann war niemand mehr da, um ihm Widerstand zu leisten. Zwei Jahre hatten die Sogdier sich gegen Alexander erhoben und ihn in immer neue Scharmützel verwickelt. Nach dieser Zeit waren die meisten von ihnen tot oder versklavt. Bevor Alexander nach Baktrien zurückkehrte, ließ er 11.000 Mann Besatzung in den eroberten Gebieten Sogdiens.

Alexander in Baktrien (327 v. Chr.)

Zurück in Baktra gab Alexander eine Reihe von Befehlen, die seine griechische Generalität weiter von ihm entfremdete. Da sich baktrische Reiter bei den Feldzügen in Sogdien als hilfreich erwiesen hatten, befahl Alexander seinen Generälen, 30.000 junge Perser und Baktrier zu Phalanx-Soldaten auszubilden. Auch in die Kavallerie wurden Einheimische integriert. Die Soldaten akzeptierten die Auflagen widerstrebend, denn noch immer trauten sie den Persern nicht.

Alexander heiratete in Baktra Roxane, eine sogdische Prinzessin, Tochter eines Mannes namens Oxyartes (nicht identisch mit dem gleichnamigen Bruder des Dareios). Durch diese politische Hochzeit gedachte er zur Befriedung Sogdiens beizutragen. Dafür schickte Alexander seine langjährige Geliebte Barsine und den gemeinsamen unehelichen Sohn Herakles fort. Die Hochzeit war auch eine Beleidigung für Alexanders Verbündeten Artabazos, den Vater der Barsine, seinem Statthalter in Baktrien.

Außerdem versuchte Alexander, das persische Hofritual der Proskynese einzuführen. Dies beinhaltete, dass jeder, der vor den König treten wollte, sich vor diesem verbeugen und das Gesicht auf den Boden pressen musste. Freie Makedonen und Griechen führten eine solche Geste allerdings nur vor den Göttern durch. Es heißt, dass mehrere von Alexanders Generälen sich weigerten, sich derart vor ihm zu erniedrigen und dass er das Vorhaben hiernach fallen ließ: Nur die Perser mussten sich vor ihm verbeugen, nicht aber die Griechen.

Alexanders Anordnungen wurden als solche Merkwürdigkeiten empfunden, dass es diesmal zur offenen Revolte unter den griechischen Soldaten zu kommen drohte. Um dieser vorzubeugen, ließ Alexander eine Reihe von einstigen Gefolgsleuten hinrichten, darunter seinen Hofbiographen Kallisthenes.

Der Indienfeldzug (326 v. Chr.)

Der Inderkönig Porus vor Alexander dem Großen nach der Schlacht am Hydaspes (328 v. Chr.; moderne Darstellung)

Nach der Eroberung des gesamten Perserreichs fasste Alexander den Beschluss, sein Imperium weiter nach Osten auszudehnen. Indien war für die Griechen ein halblegendäres Land, über das sie nichts wussten. Das Land, das damals Indien genannt wurde, ist nicht identisch mit dem heutigen Staat Indien. Es begann dort, wo Persien endete: im Osten Afghanistans. Es umfasste auch Pakistan und natürlich das heutige Indien. Eine definierte Ostgrenze gab es nicht, da kein Reisender jemals weit nach Indien vorgedrungen war. Die westlichsten Teile jenes Indiens waren zu Zeiten Dareios' I. einst Teile des Perserreichs gewesen. Indien war kein geeinter Staat, sondern bestand aus einer Vielzahl wenig bekannter Kleinstaaten. Für den Indienfeldzug gab es keinerlei militärische Notwendigkeit. Die Gründe werden auch heute noch in der Forschung diskutiert, ohne dass eine Einigung erzielt worden ist. Möglicherweise waren es Alexanders Neugier und Kriegslust, aber auch Thesen wie seine Autorität durch immer neue militärische Siege zu konsolidieren, werden angeführt.

Zu Beginn des Jahres 326 v. Chr. stießen zwei griechisch-persische Heere ins Tal des Flusses Kabul vor, das damals ein Teil Indiens war. Der Vorstoß war von besonderer Grausamkeit gekennzeichnet. Immer seltener ließ Alexander gegenüber eroberten Regionen Großzügigkeit walten. Städte und Dörfer wurden zerstört und ihre Bevölkerungen ermordet. Die zwei Armeen trafen einander am Indus. Alexander machte das Land zwischen Kabul und Indus zur Provinz Gandhara und ernannte seinen Gefolgsmann Nikanor zu dessen Statthalter.

Am anderen Ufer des Indus wurden Alexanders Truppen von Omphis empfangen, dem König von Taxila, das etwa 30 km vom heutigen Islamabad lag. Hier traf Alexander einen Mann namens Kalanus, den er aufforderte, ihn auf seinen weiteren Feldzügen zu begleiten. Kalanus stimmte zu und wurde Alexanders Ratgeber; offensichtlich war er bei den kommenden Verhandlungen mit indischen Führern sehr von Nutzen.

Alexander und Poros (Maler: Charles Lebrun)

Vom Hof des Omphis aus rief Alexander die anderen Staaten des Punjab auf, sich ihm zu unterwerfen und ihn als Gott anzuerkennen. Dies verweigerte Poros, der König von Pauravas, das von Taxila durch den Fluss Hydaspes (heute Jhelum) getrennt war. Im Mai überquerte Alexander während eines Platzregens den Hydaspes und besiegte eine berittene Einheit unter dem Sohn des Poros. Die Griechen und Perser zogen weiter ostwärts. Zahlenmäßig waren sie dem kleinen Heer des Poros, das sie erwartete, überlegen, doch kamen sie in dem üppig bewaldeten Land mit seinen ständigen Regenfällen schwer zurecht. Außerdem waren Berichte zu ihnen gedrungen, dass Poros eine Einheit von Kriegselefanten unterhielt, mit denen sich die Griechen nie zuvor gemessen hatten. In der Schlacht am Hydaspes wurden die Inder besiegt. In dieser Schlacht soll Alexanders Pferd Bukephalos zu Tode gekommen sein, obwohl andere Quellen sagen, es sei schon vor der Schlacht an Altersschwäche gestorben. Seinem langjährigen Reittier zu Ehren gründete Alexander die Stadt Bukephala (heute Jalapur). Poros wurde begnadigt und zu Alexanders Statthalter in Pauravas ernannt.

Weiter im Osten lag das indische Fürstentum Magadha am Ganges, das selbst den Menschen des Punjab kaum bekannt war. Alexander wollte auch dieses Land erobern. Bei heftigem Monsunregen quälte sich die weitgehend demoralisierte Armee ostwärts und hatte einen Hochwasser führenden Fluss nach dem anderen zu überqueren. Ende Juli stand die Überquerung des Hyphasis (heute Beas) an, und von Magadha waren die Soldaten noch weit entfernt. Hier meuterten die Männer und weigerten sich, weiter zu gehen. Alexander war außer sich, wurde aber letztlich zur Umkehr überredet. Am Ufer des Hyphasis gründete er ein weiteres Alexandria und siedelte hier viele Veteranen an, die damit wenig Hoffnung hegen durften, jemals nach Griechenland zurückzukehren.

Rückkehr nach Persien (326-–325 v. Chr.)

Der beschwerliche Rückweg zum Hydaspes dauerte bis zum September. In Bukephala war der Bau von 800 Schiffen begonnen worden, die den Fluss abwärts zum Indischen Ozean segeln sollten. Dies waren jedoch nicht genug, um Alexanders gesamte Armee zu transportieren, so dass die Schiffe am Ufer von Fußsoldaten begleitet werden mussten. Im November brachen sie von Bukephala auf, doch nach zehn Tagen trafen sie am Zusammenfluss des Hydaspes mit dem Acesines (heute Chenab) auf Stromschnellen, in denen mehrere Schiffe kenterten und viele Griechen ihr Leben verloren.

Der weitere Weg führte durch indische Staaten, die Alexander nicht unterworfen hatte. Immer wieder wurde das Heer angegriffen, und die Perser und Griechen zerstörten Städte und Dörfer, wo sie ihnen in den Weg kamen. Bei Multan wurde Alexander durch einen Pfeil schwer verletzt. Das Geschoss drang in seine Lunge; obwohl Alexander überlebte, sollte er den Rest seines Lebens unter den Folgen dieser Verwundung leiden. Vom Krankenlager aus befahl er, dass am Zusammenfluss von Acesines und Indus ein weiteres Alexandria (nahe dem heutigen Uch) gegründet werden und dass Roxanes Vater Oxyartes zum Statthalter der neuen Provinz ernannt werden sollte.

Als nächstes griff Alexander die Staaten von Sindh an, um seiner Armee den Weg nach Süden frei zu kämpfen. Die Könige Musicanus, Oxicanus und Sambus wurden unterworfen. Musicanus, der später eine Rebellion begann, wurde letztlich gekreuzigt. Erst als der Monsun wieder begann, erreichte das Heer 325 v. Chr. die Indusmündung und den Indischen Ozean. Alexander gründete hier die Stadt Xylinepolis (heute Bahmanabad) und machte die Flotte startklar. Während etwa ein Viertel der Armee so auf dem Seeweg die Rückkehr antreten sollte, musste der Großteil über den Landweg nach Persien zurückkehren. Im August 325 machte sich das Landheer unter Alexanders Führung auf den Weg. Die Flotte unter dem Befehl des Nearchos brach einen Monat später überstürzt auf, da sich die Einheimischen zu erheben begonnen hatten. Praktisch unmittelbar nach dem Abzug des Heeres fielen die gerade eroberten Kleinstaaten Indiens ab und erhoben sich gegen die in den neuen Städten zurückgebliebenen Veteranen, über deren weiteres Schicksal in den wenigsten Fällen etwas bekannt ist.

Das heutige Belutschistan war damals als Gedrosia bekannt. Obwohl die Perser vor der Durchquerung der gedrosischen Wüste warnten, unternahm Alexander dieses Risiko, wahrscheinlich da es der kürzeste Weg war; die Hintergründe sind in der Forschung jedoch umstritten. Die sechzigtägigen Strapazen ließen zahllose Soldaten durch Erschöpfung, Hitzschlag oder Verdursten ums Leben kommen. Im Dezember erreichten die Soldaten Pura (heute Bampur), einen der östlichsten Vorposten Persiens, und waren damit in Sicherheit.

Letzte Lebensjahre und Tod (324–-323 v. Chr.)

Nach den Feiern der gesunden Rückkehr gründete Alexander im Januar 324 v. Chr. ein weiteres Alexandria (heute Golashkerd). Auf dem Weg westwärts stieß er in Susa auf Nearchos und seine Männer, die den Seeweg weitgehend unbeschadet überstanden hatten. Neue Feiern wurden genutzt, um 10.000 persische Frauen mit Soldaten zu verheiraten. Die Ehen wurden von Alexander als Notwendigkeit gesehen, um das Zusammenwachsen von Persern und Griechen weiter voranzutreiben. Er selbst heiratete zwei Frauen, nämlich Statira, eine Tochter des Dareios, und Parysatis. Er war somit nun mit drei Frauen verheiratet. Die Hochzeiten wurden nach persischem Ritual ausgeführt. Schon Alexanders Vater hatte die Hochzeit mit mehreren Frauen als diplomatisches Mittel zur Stabilisierung und Ausweitung seines Machtbereiches eingesetzt.

Um weitere Attribute eines persischen Staates zu übernehmen, ernannte Alexander seinen langjährigen Freund und Geliebten Hephaistion zum Chiliarchen (Wesir) und seinen General Ptolemäus zum Vorkoster. Beide Titel waren im Westen unbekannt.

Die Neuerungen vergrößerten die Kluft zwischen Alexander und seiner makedonischen Generalität. Da die Zahl persischer Soldaten im Heer die der Griechen zu übertreffen begann, fürchteten sie, bald gänzlich bedeutungslos zu sein. Perser durften nun auch höhere Ränge in der Armee bekleiden, was die Griechen als unerhört ansahen. Als die Armee die Stadt Opis am Tigris erreichte, erlaubte Alexander vielen Makedoniern die Rückkehr nach Griechenland. Was sie vorher ersehnt hatten, sahen sie nun als Affront, da dies das erste Zeichen ihrer Ersetzung durch Perser zu sein schien. Quellen berichten, dass manche der Soldaten Alexander wüste Beleidigungen entgegen geschrien hätten. Alexander reagierte, indem er sie augenblicklich absetzte und ihnen drohte, die persischen Soldaten gegen sie zu schicken. Die Soldaten entschuldigten sich daraufhin, und ihnen wurde verziehen. 11.500 griechische Soldaten wurden in den Folgetagen nach Hause geschickt.

Im Herbst des Jahres 324 ging Alexander nach Ekbatana. Hier geschah es, dass Hephaistion nach einem der vielen Trinkgelage erkrankte und starb. Alexander, der lange Jahre Hephaistions Geliebter gewesen war, war außer sich vor Trauer. Er ließ den Arzt seines Freundes hinrichten, fastete mehrere Tage und richtete dann ein monumentales Begräbnis aus.

Im Februar 323 v. Chr. kehrte Alexander letztlich nach Babylon zurück. Hier bereitete er neue Feldzüge vor, die zur Einnahme der Arabischen Halbinsel führen sollten. Ebenso plante er möglicherweise, anschließend den westlichen Mittelmeerraum mit Karthago und Rom zu erobern. Im Mai, kurz vor dem geplanten Aufbruch des Heeres, verkündete Alexander, dass sein toter Freund Hephaestion fortan als Halbgott zu verehren sei, nachdem ein Bote aus der Oase Siwa eingetroffen war, wo Alexander wegen einer Vergöttlichung Hephaestions angefragt hatte. Aus diesem Anlass veranstaltete er Feiern, bei denen er wieder übermäßig Alkohol zu sich nahm. Am nächsten Tag erkrankte er an einem Fieber und verstarb schließlich am 10. Juni jenes Jahres.

Mehrere Todesursachen wurden seither diskutiert, darunter eine Theorie, nach der Alexander am West-Nil-Fieber erkrankt sei. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass sein körperlich schwacher Zustand, resultierend aus Kampfverletzungen und übermäßigem Weinkonsum, zu einem Schwächeanfall oder einer Krankheit geführt hat. Die Ärzte damals schworen auf die reinigende Wirkung von herbeigeführtem Erbrechen und Durchfall. Deshalb war es damals üblich, Weißen Germer in geringen Dosen zu verabreichen. Die Symptome, welche Alexander der Große laut den Überlieferungen hatte, sind typisch für eine Vergiftung durch Weißen Germer. Die Ärzte von damals gaben ihm wahrscheinlich immer wieder geringe Dosen der Pflanze und verschlechterten den Zustand von Alexander, vermutlich ohne Absicht, bis dieser letztlich starb. Zudem spricht für die Theorie, dass diese Pflanze, in deren Wurzel die größte Giftkonzentration steckt, im Mittelmeerraum bis heute sehr verbreitet ist. Die Leiche von Alexander dem Großen soll angeblich in Honig gelegt worden sein. Seine Überreste sollten für die Ewigkeit bestehen bleiben. Strabo, Caligula, Caesar und Augustus waren einige, die das Grab angeblich besuchten.

Alexanders letzte Worte auf die Frage, wem er sein Reich hinterlassen werde, sollen gelautet haben: Dem Stärksten von euch. Des Weiteren äußerte Alexander eine dunkle Prophezeiung hinsichtlich der Zukunft: Ich glaube, meine Freunde werden große Begräbnisspiele für mich veranstalten (Diodor, 17, 117, 4).

Nach seinem Tod gebar Roxane Alexander IV. Aigos, seinen einzigen legitimen Sohn, der aber noch im Kindesalter ermordet wurde.

Geschichtlicher Ausblick

Nach Alexanders Tod zerfiel sein riesiges Reich denn auch in die Diadochenreiche; erst herrschte Kassandros, dann die Antigoniden in Makedonien und Teilen Griechenlands (nachdem sie vorher ein Reich in Vorderasien errichtet hatten, das aber wieder verloren ging), , bibliographisch aktualisierte Aufl. mit einem neuen Vor- und Nachwort, Stuttgart 2004. Nicht unumstrittene, aber großartig erzählte Darstellung, die Alexander recht positiv sieht.

  • Peter Green: Alexander of Macedon. A historical Biography, London 1991 (Nachdruck von 1970). Neben der Darstellung von Lane Fox die beste moderne Alexander-Biographie.
  • Nicholas Hammond: Alexander der Große. Feldherr und Staatsmann, München 2001.
  • Siegfried Lauffer: Alexander der Große, München 1978. Mehrere Neuauflagen. Beste deutsche Kurzdarstellung. Sehr quellennah verfasst.
  • Claude Mossé: , München-Zürich 2004.
  • J. M. O´Brien: Alexander the Great: the invisible enemy, New York 1992.
  • Joseph Roisman (Hrsg.): Brill's companion to Alexander the Great, Leiden 2003. Sammelband mit Beiträgen zu verschiedenen Schlüsselthemen (z.B. Alexander als Stratege, Selbstdarstellung, der Hof etc).
  • Hans-Ulrich Wiemer: , C.H. Beck Studium, München 2005. Sehr solide Einführung.
  • Josef Wiesehöfer: Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., Düsseldorf/Zürich 1998. Standardwerk zum Achaimenidenreich.

    Daneben sei auf die diversen Handbücher zur Alten Geschichte bzw. Hellenismus verwiesen (z.B. Oldenbourg Grundriss der Geschichte; Cambridge Ancient History, 2. Aufl. etc).

    )

  • Oliver Stones Filmadaption (http://www.alexander-derfilm.de)
  • detailreiche, aber nicht fachwissenschaftliche Rezension (http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=873) zu Claude Mossé: Alexander der Große. Leben und Legende (Artemis & Winkler, Oktober 2004)
  • Untersuchung des Todes Alexanders durch Scotland Yard (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/10/0,1872,2113994,00.html)

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